Der Unterschied zwischen Begabung und Hochbegabung wird weitgehend als ein gradueller angesehen. Der häufigste verwendete Maßstab ist ein Intelligenztest.
Der Durchschnittsbereich der Intelligenz liegt zwischen Prozentrang 16 und 84, der überdurchschnittliche Bereich zwischen Prozentrang 84 und 98 und der weit überdurchschnittliche Bereich (Hochbegabung) zwischen Prozentrang 98 und 100.
Für den Begriff Begabung/Hochbegabung gibt es in der Wissenschaft zahlreiche Definitionen. Es kommt häufig zu einer Vermischung der Begriffe von Hochbegabung, Begabung, Talent, Genie, Wunderkind etc. Einigkeit besteht darin, dass Begabung grundsätzlich ein Potenzial darstellt, das sich in entsprechenden Leistungen zeigen kann.

Damit dies gelingen kann, brauchen Kinder günstige Entwicklungsbedingungen.
Die folgende Abbildung zeigt das Mehr-Faktoren-Modell der Hochbegabung von Renzulli (1981) und Mönks (1992)
mit den drei Persönlichkeitsmerkmalen:
und den drei Sozialbereichen:
Wenn das Kind die drei Persönlichkeits-merkmale im hohen Maße besitzt und auch die drei Sozialbereiche vorhanden sind, ermöglichst dies die Entwicklung einer Hochbegabung. Diese kann in besonderen Leistungen oder außerordentlichen Aktivitäten zum Ausdruck kommen.
Die Arbeiten anderer Wissenschaftler schlüsseln weitere Faktoren auf, die einen wesentlichen Einfluss darauf haben, ob aus einer vorhandenen Begabung tatsächlicheine hohe Leistung entstehen kann.
Heller (2001) unterscheidet in seinem Münchner Hochbegabungsmodell zwischen
die auf die intellektuelle Entwicklung großen Einfluss haben. Ein begabungsfreundliches Klima ist im familiären Kontext ebenso wichtig wie im Schulalltag. Darüber hinaus sind die Bereiche Lernen, Training und Praxis besonders wichtig, damit aus einer Begabung letztendlich ein Talent bzw. eine Leistung entsteht, denn Begabungen sind keineswegs stabil.
Wenn wir von Begabung sprechen, meinen wir nicht nur die kognitive Begabung. Der Begriff 'Begabung' muss breiter gefasst werden. So benennt der Forscher Howard Gardner (1994) verschiedene Intelligenzen:
1. Sprachliche Intelligenz (Sensibilität für Sprache, Grammatik, ...)
2. Musikalische Intelligenz (Erkennen, Behalten und Erfinden von Melodien, ...)
3. Logisch-mathematische Intelligenz (Quantitatives Denken, Mengenerfassung, ...)
4. Räumliche Intelligenz (Erkennen von Mustern, Vorstellungsfähigkeit, ...)
5. Körperlich-kinästhetische Intelligenz (Beherrschen des eigenen Körpers, ...)
6. Intrapersonelle Intelligenz (Entwickeln eines Selbstsinns, Selbstreflexion, ...)
7. Interpersonelle Intelligenz (zwischenmenschliche und soziale Kompetenzen, ...)
8. Naturalistische Intelligenz (Arten klassifizieren und analysieren, Umweltfragen, ...)
9. (Existentielle Intelligenz (Wissen und Werte philosophisch-moralisch, hinterfragen, ...))